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THEATRON PFINGSTFESTIVAL 2019  
SONNTAG, 9. Juni 2019  

  Sa 8. - Mo 10. Juni 2019
Eintritt frei
Jugendkulturwerk München

Sonntag, 9. Juni 2019
Sonntag, 9. Juni 2019, 16.00 Uhr
Loriia
(München)


 
Ein kammermusikalischer Mix aus Synthiepop, Soul und Wave trifft auf Indietronica, Electro und zarte klassische Elemente: Ebenso minimalistisch wie intim, vereinnahmend und schlichtweg umwerfend. Die Sängerin, Komponistin und Pianistin/Keyboarderin LORiiA ist beeinflusst von Künstler*innen wie Lana Del Rey, James Blake, alt-J, Alicia Keys, Solange, Radio- und Portishead und aus all diesen unterschiedlichen Einflüssen speist sich auch ihr eigener musikalischer Kosmos. Einer, der unbedingt gehört und erkundet werden will, will man heute schon wissen, über was morgen geredet wird.

Als „Band der Woche“ jeweils in der Süddeutschen Zeitung (Junge Leute) und beim BR-Jugendsender PULS im Sommer 2018 sowie als Support von internationalen Popgrößen wie Joan As Police Woman, Pale Waves, Laurel, ORI u.a. sowie beim PULS-Startrampe-Festival setzte LORiiA erste Ausrufezeichen. Im Sommer erscheint ihre Debüt-EP, welche sie zusammen mit Christian „Taison“ Heiss (Lali Puna) produziert hat.

Anlässlich des Releases spielt LORiiA verschiedene Festivals wie das PULS Open Air in Kaltenberg und das Münchner Pfingsttheatron. Die Videos zu den Songs „Lion“ und „Heaven“ entstanden zusammen mit der Berliner SayMyName-Crew, die schon sehr erfolgreich für Künstler*innen wie Namika, Wincent Weiss, SDP, Cro, Die Orsons u.a. Clips gedreht haben.

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Sonntag, 9. Juni 2019, 17.00 Uhr
Please Madame
(Salzburg, AT)


 
Please Madame bitten zum Tanz: Das aktuelle Album „Young Understanding" (Kleio Records) ist auf dem Weg in den Äther und die weite Welt. In Österreich längst keine Unbekannte mehr, schafft die Band aus Salzburg eine musikalische Sinneinheit, die mit tanzbarem Indie Rock und markanten Refrains gespickt ist und zum Mitsingen und Abtanzen einlädt.

Das Vierergespann um Dominik Wendl (Gesang, Gitarre), Martin Pöheim (Bass), Laurenz Strasser (Gitarre) und Niklas Mayr (Drums) schaffen trotz ihres Durchschnittsalters von 22 Jahren ein reifes und rundes Werk – eine Tatsache, die sie durchaus mit forsch anmutendem Schneid im Text der ersten Single „For The Better“ kommentieren: „Way easier than it was promised to be“ (in etwa: „viel leichter als gedacht“). Mit „Young Understanding“ bringen sie nicht nur ihr eigenes, sondern das Lebensgefuhl ihrer Generation zum Ausdruck: In der Welt zuhause, ungebunden und leidenschaftlich – eben eine frische Sicht auf die Herausforderungen, die das Leben bietet. Please Madame erzählen ihre Geschichte authentisch und ohne Verbiegungen, vermitteln ihr eigenes Lebensgefuhl, das durchaus kontrastreich voll Leichtigkeit und Schwere, Angst und Freude erfullt ist.

Ihre Live-Performance zeichnet sich durch ein ebenso motivierendes, wie sympathisches Auftreten der Truppe und eine mittlerweile frenetisch-mittanzende Fanbase aus. Um diesen Spirit auf Band zu bannen, produzierten Please Madame uber mehrere Monate hinweg in der Wiener GAB Music Factory mit dem Produzententeam Georg Gabler (Mondscheiner, Mother's Cake) und Oliver Kamaryt (Parasol Caravan).

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Sonntag, 9. Juni 2019, 18.00 Uhr
Shirley Holmes
(Berlin)


 
Zwei Sängerinnen an Gitarre und Bass und ein Typ am Schlagzeug, der langsam nicht kann. Sie zündeln, bis die Hütte brennt! Kein Stuss, keine Berührungsängste - nur 100% reine Energie. Made in Berlin.

Das Trio macht Musik zum tanzen und atmet dabei Rock, Rock und Rock mit einer Prise knallhartem Pop. Man kann es auch punkigen Indie mit Elektro, 90’s und dem Gefühls-Trash von heute nennen - oder sich einfach Ideal, Kraftklub und L7 beim Schlammcatchen vorstellen. Wichtiger ist: Man kann dabei nicht ruhig stehen bleiben. Mit ihrem Komm-du-willst es-doch-auch-Charme, tumultigen Battle-Gesangsparts, smartrotzigen Texten in deutsch und englisch und einer verblüffenden Live-Action sorgen SHIRLEY HOLMES in den Clubs für jede Menge Schweiß auf den Gesichtern. Die beiden Frontladies bedienen nicht nur Mikrofone und Saiten, sondern schreiben, arrangieren und produzieren auch die Songs.

Für eine Band, die quasi auf der Bühne geboren wurde, stellt sich allerdings früher oder später die Frage: Können wir das ganze Spektakel auch im Studio adäquat abbrennen, ey? Auch dieses Mal schaffte es Thies Neu (Abay, Pictures, Guts Pie Earshot), SHIRLEY HOLMES zu suggerieren, dass sich in seinem Neuköllner Studio irgendwo ein Publikum versteckt hielt. Anders ist diese kongeniale Umsetzung von SHIRLEY HOLMES berüchtigter Live-Energie kaum zu erklären. “SCHNELLE NUMMERN” heißt das neue Werk des Trios - der Albumtitel steht für sich. Auch Jens Güttes (Käptn Peng, Lemur) konnte für die neue Scheibe der Shirleys gewonnen werden, dazu gibt es zwei Gastmixe von Matt Korr, der sonst mit Tiamat die Hallen füllt.

The one and only quing of Berlin, Sookee, featured einen Song des Albums und einen astreinen Dance-Remix steuert Steve Machine, Kreuzberger Punkrock-Urgestein, der Platte bei.

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Sonntag, 9. Juni 2019, 19.00 Uhr
Ilgen-Nur
(Hamburg)


 
Ilgen-Nur ist die Indiepopentdeckung des Jahres: Sie singt über Zukunftsängste und Unsicherheiten, aber auch über die schönen Dinge des Lebens: Fahrrad fahren. Die Augenringe einer Person, die man mag. Verschmierten Lippenstift tragen und sich trotzdem wohl fühlen. Sie verbindet lässig Indiepop mit Slacker-Rock-Attitüde und DIY-Ästhetik. Das erinnert mal an Kate Nash, mal an Kurt Vile, dann wieder an Courtney Barnett oder Girlpool.

2017 veröffentlichte Ilgen-Nur ihre erste EP „No Emotions“ auf Tape und dazu ein selbstproduziertes Musikvideo zu ihrem Song „Cool“. Damals ist sie gerade 21 geworden und aus der Nähe von Stuttgart nach Hamburg gezogen. Dort findet sie schnell Anschluss an die Szene: Paul von Trümmer spielt Gitarre in ihrer Band, Max Rieger von den Nerven nimmt die ersten Songs auf.

Und die Reaktionen auf ihre Songs sind überschwänglich: 2018 geht Ilgen auf Tour mit Tocotronic und spielt auf hochkarätigen Showcase-Festivals wie dem Great Escape in Brighton, dem Reeperbahn Festival und auf dem Wavves Vienna.

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Sonntag, 9. Juni 2019, 20.00 Uhr
KT Gorique
(Martinach, CH)


 
Unerschrocken, humorvoll und wortgewandt – drei von tausend möglichen Begriffen, um KT Gorique zu beschreiben. Das Energiebündel, das in der Elfenbeinküste geboren wurde und seit dem elften Lebensjahr in der Schweiz lebt, lässt sich «kategorisch» in keine einzige denkbare Künstler-«Kategorie» eingliedern. Mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit jongliert sie mit Wörtern, Bedeutungen und Definitionen wie andere mit Jonglierbällen. Rappt sie, dann weicht manch harter Hip-Hop-Macho vor Ehrfurcht einen Schritt zurück. KT Gorique zeigt mit ihren technisch herausragenden Skills eindeutig, wo es lang geht.

Mit der Präsenz einer Keny Arkana und dem Flow & Humor einer Missy Elliot oder Queen Latifah fängt sie ihr Publikum ein, läßt sie dessen Münder zu einem 'oh yeah' formen und die Arme heben. Vom Boom Bap Rap über Ragga zu Reggae, ob Paleo, Royal Arena Festival oder Support Act von Nicki Minaj - Stadion, Club oder Berge - mit ihrer ungeheuren Strahlkraft und Bühnenpräsenz kriegt sie sie alle.

Beeinflusst von afrikanischer Musik begann KT Gorique schon früh Gedichte in ihrer ersten Heimat Abidjan zu schreiben. In der Schweiz angekommen, entdeckte sie die HipHop-Kultur und startete während ihrer Teenagerzeit ihre Gedichte auf Rap-Instrumentals zu sprechen. "Ende" des Liedes: der World-Championtitel! im Freestyle Rap als erste Frau und jüngste Teilnehmerin.

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Sonntag, 9. Juni 2019, 21.00 Uhr
Sookee
(Berlin)


 
Es gibt wahrscheinlich einfachere Bereiche, um Sexismus und fehlende geschlechtliche und sexuelle Diversität zu diskutieren, als die deutsche Hip Hop Szene. Sookee tut es trotzdem—und das nicht erst seit gestern. Seit 2003 ist die Berlinerin als Rapperin unterwegs und spricht über linke Politik und Queerfeminismus, statt sich in festgefahrenen Rollenbildern und kapitalistischen Statussymbolen zu suhlen. Patriarchalische Strukturen gibt es zwar überall, im Rap werden sie nur eben besonders deutlich. Mit ihrem neuen Album „Mortem & Makeup“ möchte sie jetzt bewusst auch Leute außerhalb der linken Filterbubble ansprechen. Rein in die Köpfe derer, die sich sonst eher weniger Gedanken um soziale Ungerechtigkeit machen. Die erreichen, die bisher nicht zuhören wollten.

Die grundlegende Message ist dieselbe geblieben. Sookee ist nach wie vor lieber unbequem als oberflächlich. Nicht nur als Aktivistin für feministische Bündnisse wie #ausnahmslos, sondern eben auch als Vertreterin einer Szene, in deren heteronormative Übermaskulinität Frauen oft genug auf „drei Löcher“ reduziert werden. Inhaltlich ist sie auf „Mortem & Makeup“ aber breiter gefächert als je zuvor und nähert sich den angesprochenen Problemen aus unterschiedlichen Perspektiven. Bewusst weniger durchexerzierte Thementracks mit politischem Auftrag. Nahbar, menschlich, „weniger Soziologievortrag“ sagt sie selbst und lacht dabei. Sookee weiß, was ihr in der Vergangenheit vorgeworfen wurde.

Deswegen gibt es im Opener „Q1“ zwar einen politischen Rundumschlag, der wütend das in Worte fasst, was in den vergangenen Monaten und Jahren dramatisch falsch gelaufen ist und dabei weder den allgemeinen weltpolitischen Rechtsruck, noch die Flüchtlingsdebatte auslässt. Gleichzeitig gibt es aber keinen Zeigefingerverweis auf die einzig richtige Reaktion. „Einsame Insel oder Untergrund“ fragt Sookee und zeigt klar: Die richtige Antwort auf diese Frage, die zweifelsohne irgendwo in der Mitte liegen muss, will sie dem Zuhörer nicht abnehmen. Mitdenken statt Mitnicken—ein roter Faden, der sich einmal quer durch „Mortem & Makeup“ zieht.
Sei das bei „SSRI“, das die Fehlleistungen eines Krankensystems thematisiert, das Menschen einweist und medikamentös ruhigstellt, anstatt sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen, oder „Bilderbücher Konferenz“, das sich genüsslich von einer aktuell populären Verschwörungstheorie zur nächsten hangelt und dabei die Frage aufwirft, ob es aktuell nicht auch genug aktuelle, ganz konkrete Bedrohungen gibt, gegen die man sich positionieren könnte.

Den ganz alltäglichen Horror der eigenen Existenz mit all den angeblichen und realen Unzulänglichkeiten widmen sich das eindringliche „You Only Die Once“ mit Grim104 von Zugezogen Maskulin und das rotzige „Who Cares“, für das Charlotte Brandi von der Band Me and my Drummer die Hook beigesteuert hat.

In „Hurensohn“ hingegen wechselt Sookee komplett die Erzählperspektive und nimmt den ebenso problematischen wie inflationären Begriff aus der Sicht eines Kindes auseinander, dessen Mutter als Prostituierte arbeitet und das einfach nicht verstehen kann, was Gesellschaft und direktes Umfeld gegen seine Mutter haben. „Hüpfburg“ beleuchtet - ebenfalls aus kindlicher Perspektive - den ideologischen und zwischenmenschlichen Albtraum, in einer Neonazi-Familie aufzuwachsen. „Kinder sind unsere Zukunft, sagen die Leute immer. Damit blenden sie aber aus, dass Kinder in der Gegenwart existieren und den ganzen Tag lernen“, erklärt Sookee die Tatsache, warum sie auf dem Album ganz bewusst das Thema Kindheit aufgreift. Auch deshalb ist es ihr wichtig, konkrete Probleme direkt zu thematisieren und nicht darauf zu warten, dass es irgendwann jemand anderes tut.

Sich selbst schont sie allerdings auch nicht. Im schmerzhaft autobiografischen „Die Freundin von“ arbeitet Sookee ihre Vergangenheit auf. Das Aufwachsen als unsichere, junge Frau, die vor allem dazugehören wollte, aber nicht wusste wie und dabei nicht nur verbaler, sondern auch körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein. Ein Zugeständnis daran, nicht immer die selbstbewusste, selbstbestimmte, sozial engagierte Person gewesen zu sein, die sie heute ist. „Hab auch nach unten getreten, war nicht besser als sie. Hab ihre Namen vergessen, doch das vergesse ich nie.“ Wer für eine gerechtere Welt kämpft, tut schließlich auch gut daran, sich erst einmal selbst zu hinterfragen.
Mit „Kontrollverlust“ schließlich liefert Sookee den Beweis dafür, dass feministische Empowerment-Hymnen auch dann funktionieren, wenn sie sprachlich und inhaltlich nicht auf wenige Schlagworte reduziert werden. Wer sich durch Gleichberechtigung abgehängt fühlt, muss dann eben auch mal den „Arsch hochkriegen“, statt sich noch ein bisschen tiefer in den patriarchalisch gefütterten Ohrensessel zu kuscheln.

Auch musikalisch ist „Mortem & Makeup“ eine Weiterentwicklung der vorherigen Platten. Zwar sorgen die alten Wegbegleiter LeijiONE und Majus für musikalische Anknüpfungspunkte an die Zeckenrap-Ära, mit Riffsn von Großstadtgeflüster und Antilopengang-Mitglied Danger Dan hat sich Sookee allerdings auch zwei neue Produzenten ins Boot geholt. Das Ergebnis: Beats, die mal energisch nach vorne treiben („Q1“, „Kontrollverlust“), mal hypnotisch in melancholische Gedankenspiele hinabziehen („Ruhe“, „You Only Die Once“) und somit die inhaltliche Diversität des Albums spiegeln.

Politisch sein, ohne zu belehren. Missstände ansprechen, ohne zu predigen. Das ist nicht einfach, aber irgendjemand muss es ja machen. „Natürlich ist es anstrengend, mein Gesicht so krass in den Wind zu halten was das angeht, aber ich habe mich dafür entschieden“, sagt Sookee. „Ich schwöre ja immer in alle Richtungen: Sobald sich das alles normalisiert hat und sobald diese Gerechtigkeit eingetreten ist, von der ich träume, dann halte ich meine Klappe. Aber der Punkt ist eben noch nicht ganz erreicht.“

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