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THEATRON PFINGSTFESTIVAL 2018  
SONNTAG, 20. Mai 2018

  Sa 19. - Mo 21. Mai 2018
Eintritt frei
Jugendkulturwerk München

Sonntag, 20. Mai 2018
Sonntag, 20. Mai 2018, 16.00 Uhr
Cari Cari
(Wien, A)


 
Cari Cari haben sich 2011 gefunden. Nur Wochen später verließ Stephanie das Land um in Australien zu leben. Sie kehrte sechs Monate später zurück: Mit Didgeridoo und Maultrommel im Gepäck, woraufhin die Zwei den Sommer in einem alten Haus am Neusiedler See, mit schreiben, experimentieren und dem Aufnehmen einer EP verbringen: „AMERIPPINDUNKLER“
Ihr Debüt erschien im folgenden Frühling und wurde von Blogs, Radios und Magazinen weltweit aufgegriffen. Die erste Single „White Line Fever“ explodierte auf Soundcloud und YouTube nachdem sie eine Reihe einflussreicher USA-Blogger hypten.

Die letzten drei Jahre haben Cari Cari auf Reisen verbracht – immer auf Suche nach dem Interessanten, dem Ungesehen und Ungehörten – irgendwo zwischen Melbourne, London & Tokyo. Schon bald gibt es Neues – seid gespannt.

„ Lovechild von The XX und The Kills. Stampfend wie eine Lokomotive und zart wie eine Blume. 1960ies Psychedelia und alte Liebe. Didgeridoo und Maultrommel. Nie fragen, aber hinterfragen. Große Drums und viel Rauch.“

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Sonntag, 20. Mai 2018, 16.45 Uhr
Decibelles
(Lyon, F)


 
Decibelles are a french trio from Lyon who play loud and noisy music together.
After 10 years of experience, 3 Ep's, 2 Lp's, a lot of shows and a new line-up, the band keeps on developing their sound, surfing between indie punk, noise and even pop.

The band doesn't refrain from any inspiration short circuiting any intention to affix a definitive style to their music.

Their brutal live shows don't leave you indifferent, and it is carried by this state of grace that the band is on the road since last april to defend their latest album « Tight » published by Kidnap Record.

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Sonntag, 20. Mai 2018, 17.45 Uhr
Hannah & Falco
(Würzburg)


 
„Hannah & Falco“ sind die Sängerin Hannah Weidlich und der Sänger und Songwriter Falco Eckhof. Das junge Paar aus Würzburg steht für einen bodenständigen, modernen Mix aus Folk und Americana, der sich durch wunderschöne, zweistimmige Gesangslinien und versiertes Songwriting auszeichnet. Eckhof’s Songs erinnern dabei an aktuelle Größen aus der amerikanischen Folk und Alt-Country Szene wie Conor Oberst oder den frühen Ryan Adams. Musik, wie man sie aus dem Norden Bayerns wohl kaum erwarten würde. Und obwohl das Duo erst seit eineinhalb Jahren zusammen Musik macht, schimmern doch die Zuneigung und das Vertrauen von 5 Jahren Beziehung durch das Projekt.

Mit den frisch gegründeten “Familiar Faces” haben die beiden die perfekte Unterstützungsband gefunden: Kontrabass, Keys und Schlagzeug runden die Songs in wunderbar entspannter Weise ab, machen Freude bei schnelleren Stücken und geben Tiefe in zerbrechlichen Momenten. Eckhof’s Songs erinnern dabei an aktuelle Größen aus der amerikanischen Alt- Country Szene wie Conor Oberst, den frühen Ryan Adams oder Jason Isbell. Musik, wie man sie aus dem Norden Bayerns wohl kaum erwarten würde. Die Balladen „Blind For The Moment“ oder „Face In The Moon“ entfalten sich dabei genauso niederschmetternd traurig, wie auch textlich durchdacht, und erzählen von desillusionierter Liebe oder Trauer, während die augenzwinkernde Liebesgeschichte „Under The Radar“ jugendliche Unsicherheit thematisiert. In genre-typischer Tradition wurde der Großteil der Aufnahmen für die EP live, mit allen Musikern in einem Raum bewerkstelligt. Dafür hat sich das, mit 22 und 19 Jahren, noch blutjunge Duo ganz auf eigene Beine gestellt: Ohne großes Studio wurde ein Musikraum der nahegelegenen Schule für 3 Ferientage zum Aufnahmeraum umfunktioniert und der eigene Bestand an Equipment und Mikrofonen kurzerhand durch Leihgaben von Bekannten aufgestockt. Produktion und Aufnahme nahm Eckhof in die Hand und auch der Mix der Songs wurde selbst im eigenen Studio umgesetzt. Einzig zum Mastering ging es für die EP nach Nashville, TN, wo der erfahrene Engineer Alex McCollough von True East Mastering (u.a. John Prine, Amanda Shires) den Aufnahmen den letzten Schliff gab. Herausgekommen ist eine 5 Songs starke, amerikanisch anmutende EP, die auf ein baldiges Full-Length Album hoffen lässt.



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Sonntag, 20. Mai 2018, 18.45 Uhr
Afterpartees
(Horst, NL)


 
If The Netherlands had a ‘Sunshine State,’ it would be the utterly romantic provence of Limburg, known for its florid views, carnivalesque gatherings, and Afterpartees.

Originating from Horst aan de Maas, and driven by their love for energetic 70s punk and heartbreaking powerpop, this band wandered through their country with Iggy Pop, T-Rex and King Tuff blasting from the van’s crooked speakers.
On stage, Afterpartees gamble all their chips, and cross all boundaries, real and imagined.

They’ve toured with fellow Dutch musicians traumahelikopter, and played renowned Dutch festivals such as Best Kept Secret, Pinkpop, Into The Great Wide Open and Lowlands.

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Sonntag, 20. Mai 2018, 20.00 Uhr
Sam Vance Law
(Montreal, CAN)


 
Mit seinem Debütalbum „Homotopia“ gelingt dem kanadischen Songschreiber Sam Vance-Law ein schwules Manifest und ein musikalisches Wunderwerk. Hinter dieser Bravourleistung stecken großes musikalisches Talent, eine beeindruckende Hartnäckigkeit – und ein bisschen Hilfe von Get Well Soon. Wie klingt Popmusik von jemandem, der ohne Popmusik groß geworden ist? Eine interessante Versuchsanordnung – und eine Frage, auf die es nun eine Antwort gibt: „Homotopia“, das erste Album des kanadischen Songschreibers Sam Vance-Law, ist von einer literarischen Qualität, einer orchestralen Grandezza und einer präzisen Beobachtungsgabe geprägt, wie man sie in dieser Kombination nur selten erlebt. Daraus resultiert eine wahre Zaubermusik, deren Quellen rätselhaft erscheinen, die das selbst aber gar nicht ist und auch nicht sein will. Der Chamber-Pop des Sam Vance-Law spricht vielmehr klar und deutlich zu uns und er tut dies mit fein ausziseliertem Humor. Wir sollten Vance-Law zuhören, denn was er zu sagen hat, könnte eine Menge verändern. Aber dazu später mehr.
Das ist nun eben das Alleinstellungsmerkmal des Sam Vance-Law: Klassik als Rebellion, Revolte einmal andersrum – so kann es auch gehen. Einzige Ausnahme: Die Beatles. „Mit elf oder zwölf war ich riesengroßer Fan und konnte mir nicht vorstellen, dass es überhaupt irgendetwas Besseres als die Beatles geben könnte. Aber das war tatsächlich die einzige Pop-Band, die ich früher überhaupt gehört habe oder kannte.“
Ohnehin blieb Musik trotz der Jahre im Chor lange Zeit ein Hobby für Sam Vance-Law: „Ich wäre gerne Geiger geworden, aber ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, jeden Tag sechs Stunden zu üben – und das muss man einfach tun, wenn man es im klassischen Fach zu etwas bringen will.“ Also musizierte er nebenbei weiter und schrieb sich nach dem Abitur in Edmonton zunächst für englische Literatur ein.
Und hier hat es dann geknallt: „Bereits ab der Mittelstufe hatte ich immer häu?ger Leute kennen gelernt, die mit ähnlichem Ernst von ihren Lieblingsbands und -Alben sprachen wie ich über die Werke der Klassik. Meine Kommilitonen in Edmonton spielten teilweise in Bands, mein Interesse wurde geweckt.“ Von nun an ging alles ziemlich schnell: Über seine neuen Freunde, einer von ihnen war der Songschreiber und Musiker Mac DeMarco, spielte er mit deren Bands zusammen und ?ng endgültig Feuer. Sam hat Pop also vor allem als Bühnenmusiker entdeckt. „Es gab eine Party und ich wollte dahin. Auf diesen Partys spielten die Bands meiner Freunde und irgendwann hab ich da einfach mitgemacht.“
Seine ?nale Pop-Epiphanie erlebt Sam Vance-Law 2009 auf dem Sasquatch-Festival in Washington: „Meine Freunde meinten: ‚Wenn du mitkommst, musst du dir vorher alle wichtigen Künstler anhören, die dort auftreten.‘“ Also schickte man ihm Playlists der Sasquatch-Acts Animal Collective, Grizzly Bear, Girl Talk, Bon Iver und TV On The Radio. „Sie alle sind dort aufgetreten“, sagt Sam, „es war ein sehr gutes Jahr.“ Bis heute ist Sam Animal-Collective-Fan.
Man muss diese Dinge wissen, um zu verstehen, warum „Homotopia“ so klingt, wie es klingt. Denn die Musik von Same Vince-Law pro?tiert in besonderer Weise von seiner Biogra?e: „Homotopia“ ist eines jener seltenen Debütalben, bei denen man nicht ohne Weiteres konkrete Inspirationsquellen benennen kann. Seine Stimme erinnert ein bisschen an Adam Green, aber natürlich hat er den Namen noch nie gehört: „Du bist schon der zweite, der das sagt, ich werde ihn googeln müssen.“
Musikalisch hat mit Sam mit Adam Green nichts gemein: Sein Chamber-Pop, wie man diese Musik am ehesten nennen würde, ist zu gleichen Teilen im klassischen Folk wie in der Klassik beheimatet. John Grant, The Magnetic Fields und Father John Misty haben auf „Homotopia“ Spuren hinterlassen, aber durch seinen kulturellen Hintergrund und die Liebe etwa auch zum Theater und zur Oper kommt Sam Vance-Law zu anderen Ergebnissen als die Genannten. Es ist eine erzählende Musik, aber sie ist auch: orchestral, gewaltig, mitreißend. Es ist eine Musik, die keine Grenzen und Schranken kennt und nur ihrer Erzählung, ihren Themen verp?ichtet ist.
Entstanden ist „Homotopia“ über drei Jahre verteilt in Sam Vance-Laws heutiger Heimat Berlin. Eigentlich hatte er dort nur einen Freund besuchen wollen, dann blieb er gleich ganz. Sieben Jahre ist er inzwischen in der Stadt, und eines Abends hatte er dort eine interessante Konversation: „Irgendwie kamen wir auf das Wort ‚Homotopia‘ und fanden gleich, dass das sein wunderbarer Titel für ein Konzeptalbum über schwule und queere Themen sein könnte“, sagt Sam.
Das Leben nahm seinen Lauf und normalerweise hätte Sam die Unterhaltung vielleicht vergessen. „Aber irgendwie ?el mir das einige Monate später wieder ein und ich dachte, das klingt wirklich nach einem Album, an dem zu arbeiten sich lohnen würde.“ Einziges Problem: Es gab zwar bereits fünf Songtitel und den Titel des Albums, aber noch keinen einzigen Ton Musik. Und während diese in den nächsten drei Jahren mit der Hilfe unzähliger Musiker immer konkreter wurde, entwickelte Vance-Law auch das Konzept des Albums weiter.
Auf „Homotopia“ setzt Vance-Law nun alle Aspekte schwulen und queeren Lebens und Fühlens re?exiv in ein Verhältnis zum Hier und Jetzt. „Der grundsätzliche Gedanke war, dass sich selbst in der kurzen Zeit seit meinem Outing wahnsinnig viel geändert hat“, sagt Sam. „Nehmen wir die sogenannte Ehe für alle: Natürlich ?nde ich das grundsätzlich erst mal toll. Aber wenn man anfängt, es sich in solchen heteronormativen Moralvorstellungen bequem zu machen, verliert man zwangsläu?g ein Stück der Kultur, die in der queeren Szene etabliert worden ist. Eine andere Art, Familie und Gemeinschaft zu denken, von der auch Heteros pro?tieren könnten.“ Die spießige Idealvorstellung einer glücklichen Ehe mit Kindern, Hunden und einem Häuschen am Stadtrand erfährt in dem Song „Let’s Get Married“ denn auch die volle Spott-Breitseite von Sam Vance-Law, wenn er singt: „And you said yes just last night/To both the dog and the car/and I thought if you would share them with me/You might share your heart.“
Natürlich ist sich Sam der Tatsache bewusst, dass sich seine Erfahrungen aus der Position eines etablierten weißen Schwulen in einer vergleichsweise toleranten europäischen Metropole speisen. Aber darum geht es ihm auch gar nicht: „Es geht mir um die Polarität, die in der Betrachtung schwulen Lebens liegt. Mir scheint es zu wenig Platz für Zwischenwelten zu geben. Und das gilt nicht nur für die Außen-, sondern auch für die Innenbetrachtung. Die schwulen und queeren Filme, Bücher und Musik, die ich mag, kennen immer nur drei Formate: Es sind entweder Coming-of-Age-, Stolz-, oder Opfergeschichten. Wenn es mir gelingt, da ein paar Aspekte zu ergänzen, habe ich schon viel gescha?t.“ Songs wie das wütende „Faggot“ oder „Isle Of Man“ re?ektieren insofern nicht nur gängige gesellschaftlichen Reaktionsformate auf Homosexualität, sondern sind immer auch eine Binnenbetrachtung.
Was den Themen von „Homotopia“ ein universelles Moment verleiht, ist nun vor allem die Art, wie Sam Vance-Law sie aufbereitet: Clever, theoretisch geschult, mit einer von bitterem Sarkasmus über strahlendes Glück bis zu tiefer Traurigkeit rangierenden Gefühlspalette. In dem Song „Prettyboy“ wiederholt er zunächst in einer Art Selbsthypnose immer wieder folgende Zeilen: „All the straight boys want him/And all the pretty girls wanna look just like him/’Cause he’s ?ne.“ Er bricht dieses Klischee indes mit der tragischen Schlusspointe: „But all the straight boys haunt me/ And no the pretty girls don’t mean a thing to me/I’m not ?ne, not ?ne. “
Auf diese Art Gegensätze aufzuzeigen und Ressentiments zu entlarven – darin liegt die große Meisterschaft des Sam Vance-Law. Und in seinem spitz?ndigen Humor: Wenn er in „Narcissus 2.0“ singt: „I would sleep with myself if I were just a bit younger/ Yes I would sleep with myself if I were just a bit hotter“, dann ist das weit über subkulturelle Phänomene herausragende Gesellschaftskritik und zum Schreien komisch. Und so vereint „Homotopia“ alle Aspekte des Lebens: Die Wut und die Traurigkeit, den Stolz und die Freude, die Abgründe und die lichten Höhen.
Dass es ihm überhaupt gelungen ist, diese Gedanken derart universell auf den Punkt zu bringen, zeugt von einem besonderen Durchhaltevermögen. Lange Zeit gab es keine Platten?rma, Musiker kamen und gingen, Sam verdiente sein Geld mit Englischunterricht, Babysitting sowie als Studio- und Bühnenmusiker. Bei einem dieser Jobs – Vance-Law vertritt damals Verena Gropper an der Geige bei Get Well Soon – lernt er Konstantin Gropper kennen. Der meisterhafte Arrangeur und Produzent hört begeistert die frühen „Homotopia“-Entwürfe und sagt folgenden Satz: „Das ist eine großartige Platte, aber sie ist nicht gut genug. Lass sie uns besser machen.“
Und das haben sie dann getan. Mit Gropper als Koproduzent hat sich die Vision des Sam Vance- Law endlich erfüllt. Es ist ein Segen für uns alle.

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Sonntag, 20. Mai 2018, 21.00 Uhr
47Soul
(Palästina + London)


 
47SOUL vereinen auf ihrem explosiven Debütalbum moderne elektronische Elemente sowie HipHop und Pop mit arabischer Roots-Musik . Zusätzlich zu den Grooves, die seit Jahrhunderten in der arabischen Welt pulsieren, laden sie ihren Sound mit analogen Synthesizern, hypnotischen Gitarrenspuren und mehrstimmigen Gesang auf. Mit markanten Hooks und kraftvollen politischen Texten in Englisch und Arabisch, liefert ihre Musik den Soundtrack für die arabische Jugend.

47SOUL ist eine elektronisch-arabische Dabke (Shamstep) Band, die 2013 in Amman in Jordanien gegründet wurde. Die Mitglieder sind in ganz Bilad Al-Sham verwurzelt, das von Amman nach Galiläa, Ramallah und in den Rest der palästinensischen Diaspora reicht.

Mit ihrem neuen, elektronisch-arabischen Dabke-Sound und den politischen und scharfsinnigen Texten haben 47SOUL blitzschnell eine treue, leidenschaftliche Fanschaar in der arabischen Welt, in Europa und auf den anderen Kontinenten aufgebaut. Ihre Debut-Single „Intro to Shamstep“ hat auf Youtube bereits knapp 6 Millionen Plays.

Zusätzlich zu den Grooves, die seit Jahrhunderten in der arabischen Welt pulsieren, laden 47SOUL ihren Sound mit analogen Synthesizern, hypnotischen Gitarrenspuren und mehrstimmigem Gesang auf. Jede Show bringt die Crowds erst zum Tanzen und versetzt sie dann in eine tiefe Trance. Ihre Texte, in denen sich Arabisch und Englisch mischen, rufen dazu auf den Kampf um Freiheit und Gleichheit innerhalb von Bilad Al-Sham und auf der ganzen Welt zu feiern und voranzutreiben.

Musikalisch und textlich ist BALFRON PROMISE das Ergebnis von 47SOULs dreijähriger Residency in London, die für die vier Mitglieder eine einzigartige Erfahrung war. Das Album und seine Themen sind sowohl vom modernen London inspiriert wie von der jahrhundertealten Politik, die bis heute das Leben der Mitglieder von 47SOUL mitprägt.
In London wohnte die Band vorübergehend im Balfron Tower, der in Videoclips von Musikern wie Oasis, The Verve und Wiley als Hintergrund gedient hat. Das Gebäude war kürzlich von dem Luxusimmobilien-Entwickler Londonewcastle übernommen worden. Die Eigentümer überließen zeitweise mehrere ihrer ungenutzten Wohnungen Künstlern, während sie ihre langjährigen Mieter aus deren Wohnungen vertrieben. Die Erfahrung, ihren Nachbarn dabei zusehen zu müssen, wie sie von größeren, mächtigeren und reicheren Kräften aus ihrem Zuhause vertrieben wurden, war den Künstlern aus Palästina und Jordanien nur allzu vertraut und ein Erlebnis, das die Produktion dieses explosiven Albums mit angeheizt hat.

Der Titel BALFRON PROMISE ist eine bewusste Anspielung auf die Balfour-Deklaration, deren 100-jähriges Jubiläum gerade vergangen ist. Die Songs enthüllen die Gemeinsamkeiten zwischen Teilen der Welt, die wir für ferne, vom Krieg zerrüttete Länder halten und den kulturellen Kriegen und dem Klassenkampf, die wir vor unserer eigenen Haustür erleben. So geht das Album der Idee nach, dass Gentrifizierung und militärische Besatzung vielleicht nicht so verschieden sind, wie wir glauben.

47SOUL gelten als Erfinder des Genre Shamstep (auch der Name ihrer Debüt-EP), das englische und arabische Raps und Popsongs vereint. Shamstep ist aber mehr als nur ein Sammelbegriff für die hipsterfreundliche Verschmelzung von Ost und West. In der Heimat von 47SOUL liefert ihre Musik den Soundtrack für die arabische Jugend. Ein zentraler Bestandteil des Shamstep sind die wirbelnden Synthspuren und synkopierten, Raggaeton-ähnlichen Beats der Dabke.

Diese elektronische Kreation mit Elementen arabischer Roots-Musik wurde auf BALFRON PROMISE auf den neuesten Stand gebracht, mit kinoreifen Soundscapes und bedrohlichen Rock-Untertönen, die ihrem Sound einen zusätzlichen atmosphärischen Touch verpassen.

47SOUL haben sich auch einen hervorragenden Ruf als energiegeladenen und berauschenden Live-Act erarbeitet. Unter anderem haben sie beim Glastonbury Festival und beim WOMAD in Großbritannien gespielt. Ihre markanten Hooks und die kraftvollen politischen Texte erzeugen eine starke Resonanz.

Jenseits ihres musikalischen Einflusses haben sich 47SOUL auch als politische Stimme einen Namen gemacht – schließlich ist der Name der Band auch eine Anspielung auf die Besetzung Palästinas. Ihre Texte erzählen oft Geschichten von Unterdrückung und von dem Engagement der Menschen, die sie bekämpfen - nicht nur im Nahen Osten, sondern auf der ganzen Welt.



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